So stellst Du Deinen persönlichen Autopilot richtig ein

Jeden Tag machen wir so viele Dinge ganz automatisch, ohne darüber nachzudenken. Wir laufen auf Autopilot und sparen dadurch unsere Energie. Das ist einerseits extrem hilfreich, andererseits kann es dich dein Leben kosten, wenn dein Autopilot falsch programmiert ist.

Wenn du Autofahrer bist, kennst du das: bei den ersten Fahrten in der Fahrschule bist du hoch konzentriert, hast 1000 Dinge im Kopf, auf die du achten musst und brauchst die volle Aufmerksamkeit. Jede Handlung ist bewusst, der Schulterblick, in die Spiegel schauen, den Blinker setzen, die Kupplung zu treten usw. Ein routinierter Autofahrer muss über all die Dinge gar nicht mehr nachdenken, sie passieren ganz von alleine. Für ihn ist Autofahren entspannt und es verbraucht kaum Energie. Er kann sich dabei sogar lustig mit dem Beifahrer unterhalten, die Landschaft genießen, oder nutzt die Zeit um nachzudenken – er fährt auf Autopilot, also unterbewusst.

 

Alltags-Autopilot

Was machst du tagtäglich, worüber du gar nicht nachdenkst, weil es deine Gewohnheit ist?

Hier ein paar Beispiele: der Kaffee am Morgen, nach der Arbeit ins Fitnessstudio fahren, während persönlichen Gesprächen Whatsapp-Nachrichten beantworten, jeden Tag Obst essen, die Chips abends vor dem TV, während dem Essen auf Social Media browsen, Zähne putzen nach dem Aufstehen, die Zigarette beim Feiern.

Gewohnheiten helfen uns im Alltag, weil wir nicht über jede Kleinigkeit nachdenken müssen. Sie machen unser Leben einfacher, weil wir Energie und Zeit sparen. Der Haken an der Sache ist, dass der Autopilot für gute Gewohnheiten genauso funktioniert, wie für schlechte Gewohnheiten. Zu viele schlechte Gewohnheiten zerstören uns langfristig und wir merken es kaum, weil alles von alleine passiert, ohne viel Energie dafür aufwenden zu müssen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie sich Gewohnheiten etablieren können.

  1. Wir treffen die Entscheidung, eine Sache so lange immer wieder zu machen, bis sie zu einer Gewohnheit geworden ist und wir gar nicht mehr darüber nachdenken müssen.
  2. Nach und nach schleichen sich Gewohnheiten ein, ohne dass wir es merken.

 

Schleichende Gewohnheiten

Heute mal nicht die Treppe, sondern den Aufzug nehmen ist doch kein Problem. Eine Portion Nachtisch mehr essen macht auch nichts. Aus ab und zu mal Kuchen essen wird das Ritual, jeden Nachmittag Kuchen zu essen. Wir sind schon so lange zusammen, ich muss meiner Freundin / meinem Freund heute nicht wieder die volle Aufmerksamkeit schenken.

Aus diesen kleinen, unbedeutenden Handlungen wird schnell eine Gewohnheit, die wir anfangs gar nicht bemerken, bis die Gewohnheit so groß und zerstörerisch geworden ist, dass es fast unmöglich erscheint, sie wieder abzulegen.

„Chains of habit are too light to be felt until they are too heavy to be broken.“ – Warren Buffett

Über die Zeit bekommen Gewohnheiten eine nicht zu unterschätzende Bedeutung, deren Ausmaße erst dann sichtbar werden, wenn es vielleicht zu spät ist, um zu reagieren. Bei positiven Gewohnheiten arbeitet die Zeit für dich, weil du gesünder, effektiver und glücklicher bist, von Tag zu Tag mehr. Doch bei negativen Gewohnheiten, auch wenn sie noch so klein sind, arbeitet die Zeit gegen dich.

Wer über die Jahre immer mehr schlechte Gewohnheiten, zu viele schlechte Gewohnheiten ansammelt, wie Rauchen, zu viel Alkohol, schlechter Schlaf, eine einseitig ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung, der manövriert sich in eine extrem selbstzerstörerische Richtung. An dem Punkt, wo diese Person realisiert, wo sie nun steht, fehlt dann meist die Zeit, um sich aus dieser Situation heraus zu ziehen. Es ist eine nicht zu bewältigende Aufgabe, die ausschließlich das Resultat der Gewohnheiten ist.

„I’ve never lost a game. I just ran out of time.“ – Michael Jordan

Gewohnheiten nutzen

Nutzt du deine Gewohnheiten für dich, oder arbeiten sie gegen dich?

Regelmäßig Sport zu treiben, ins Training zu gehen, sich gesund und ausgewogen zu ernähren, Mahlzeiten für den nächsten Tag vorzubereiten, um dann nicht mit Heißhunger in der nächsten Dönerbude zu landen, oder regelmäßiges Lernen zur Normalität werden zu lassen sind klassische Beispiele. Es ist einfach, sich jeden Tag 30 Minuten weiter zu bilden – genauso einfach ist es aber auch, es nicht zu tun. Diese kleinen, unbedeutenden Gewohnheiten sind es, die langfristig das Leben bereichern und den entscheidenden Unterschied ausmachen, von dem  keiner weiß, woher er plötzlich kommt.

Programmiere Deinen Autopilot

Bist du dir deiner Gewohnheiten bewusst?

Wir haben die Macht der kleinen, scheinbar unbedeutenden Gewohnheiten kennen gelernt. Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, sich seinen Gewohnheiten bewusst zu werden und sie aktiv selbst zu bestimmen, anstatt irgendwann nur noch reagieren zu können und Schadensbegrenzung zu betreiben.

 

Deine 3-Tages-Challenge:

Achte drei Tage lang darauf, welche Dinge du aus Gewohnheit machst, positive sowie negative.

  • Schreibe jede Handlung auf! Ja, aufschreiben 😉
  • Analysiere nach den drei Tagen deine Gewohnheiten und frage dich: Will ich so leben? Bringt mich das meinen Zielen näher?
  • Markiere positive Gewohnheiten, die dir langfristig helfen und die du ausprägen willst.
  • Markiere genauso die negativen, die du eliminieren willst, oder eliminieren musst um deine Ziele zu erreichen.
  • Egal wie viele Punkte du aufgeschrieben hast, suche jetzt Die eine positive und Die eine negative Gewohnheit, die den größten Effekt auf dich und dein Leben haben.

Du hast jetzt EINE positive Gewohnheit, die du ab sofort in deinen Alltag integrierst und EINE negative Gewohnheit, die du von diesem Augenblick an eliminierst. Herzlichen Glückwunsch, das ist der erste Schritt, deinen Autopiloten auf das richtige Ziel zu programmieren. Nach und nach kannst du so mit weiteren Gewohnheiten fortfahren. Konzentriere dich anfangs darauf, schlechte Gewohnheiten zu eliminieren, dann ist Platz für neue, hilfreiche Gewohnheiten. Wenn du immer nur neue hinzufügen willst, fühlst du dich schnell überfordert, weil die ganzen schlechten Gewohnheiten auch noch da sind.

 

Viel Spaß bei der Umsetzung. Ich freue mich, von deinen tollen Gewohnheiten zu hören 😉

 

Beste Grüße, Sebastian