Eigenverantwortung

„Ich habe die ungesunde Pizza gegessen, weil nichts besseres im Kühlschrank war.“

„Die Couch war so bequem und hat mich gestern Abend nicht mehr losgelassen.“

„Wenn meine Arbeitskollegen freundlicher wären, würde ich auch freundlich zu ihnen sein.“

 

Wer kennt nicht auch solche Gedanken und Aussagen?

Tagtäglich geraten wir in Situationen, in denen wir auf verschiedenste Art und Weise handeln können. Lasse ich die Dinge passieren, oder entscheide ich bewusst, was passiert?
Natürlich ist es einfach zu sagen, dass ich nichts gesundes essen konnte, weil nur Süßigkeiten da waren. Es ist auch immer einfacher zu sagen, dass etwas falsch läuft, anstatt es aktiv selbst zu verändern.

Als Kind und Jugendlicher dachte ich immer, dass mein Leben vorgezeichnet ist und ich es einfach nur leben muss. Kindergarten, Schule, Ausbildung, Job und zwischendurch eine Frau finden und eine Familie gründen. Das klingt ganz einfach, das bekomm ich doch problemlos hin, was soll da schon schiefgehen? – Falsch gedacht!!

Mit 18 hatte ich den Wunsch, einen sportlichen, trainierten Körper zu haben. Starke Arme und Sixpack, so wie es sich die meisten in diesem Alter vorstellen. Der Wunsch wurde zu einem festen Ziel, ich stürzte mich in das Thema und lernte unendlich viel Neues dazu. Plötzlich standen ganz neue Themen auf dem Tagesplan und es veränderte sich einiges: Mahlzeiten wurden täglich vorbereitet, das Training stand fest im Terminplan, lange Partynächte wurden zur Ausnahme und der Alkohol wurde komplett gestrichen. Ich verfolgte strikt meinen Plan und ließ mich von nichts und niemandem davon abbringen. Was andere sagten und machten war egal. Wenn Freunde Pizza bestellten, bestellte ich einen Salat. Bei Geburtstagfeiern gab’s für mich nur einen Kaffee, ohne Kuchen.

Schnell zeigten sich Erfolge. Ich hatte mein Sixpack, war stark und so fit wie nie zuvor. All die Anstrengungen und Mühen hatten sich ausgezahlt. Das beste Gefühl war, zu realisieren, dass ich das alleine, für mich geschafft habe. Ich habe zu Beginn die Entscheidung getroffen, die volle Verantwortung für all mein Tun zu übernehmen und  strikt mein Ziel verfolgt. Mir wurde bewusst, dass ich immer entscheiden kann, was ich tue und dadurch selbst die Verantwortung für die Ergebnisse übernehme. Nur weil der Kuchen am Tisch steht, muss ich ihn nicht essen. Nur weil meine Freunde beim DVD schauen die Chipstüte leeren, muss ich das nicht auch tun.

 

Erkenntnis übertragen

Diese Erkenntnis ist so wichtig und lässt sich auf alle Lebensbereiche übertragen. Egal ob Gesundheit, Beruf, Freundeskreis, Beziehungen oder Finanzen. Übernehme ich die Verantwortung in allen Bereichen, oder lasse ich andere entscheiden, schwimme nur mit wie ein toter Fisch und bin mit der Situation absolut unzufrieden?

Für jeden kommt einmal die Zeit, wo wer sich mit seinen Finanzen auseinander setzen muss. Sparpläne, Altersvorsorge, Riester, Versicherungen, Berufsunfähigkeit, Vermögensaufbau und was es noch so alles gibt. Der Bankberater oder Versicherungsmakler möchte natürlich nur unser Bestes und bietet an, sich erstklassig um unser Geld zu kümmern. Doch was passiert damit? Verstehe ich die Verträge, die ich abschließe? Wohin fließt mein Geld? Wie viel wird tatsächlich angelegt und wie viel wird durch die ganzen Gebühren aufgefressen?

Hier habe ich wieder die Möglichkeit, mich zu entscheiden. Gebe ich mein Geld weg, in der Hoffnung, dass ich das bekomme, was mir versprochen wird und meckere anschließend herum, wenn ich es nicht bekomme, oder dass ich sowieso nichts ändern kann?! Oder übernehme ich die volle Verantwortung, setze mich mit der Materie auseinander und lege mein Geld selbst an, um aktiv zu steuern, was damit passiert? Natürlich ist auch das am Anfang etwas unbequemer. Ich habe genau das getan und bin sehr glücklich darüber, weil ich die Kontrolle habe und nicht darauf vertrauen muss, dass andere für mich die richtigen Entscheidungen treffen.

Nein, ich möchte keine Bank, oder Versicherung schlecht reden, sondern diese Beispiel nutzen, um zur Eigenverantwortung anzuregen.

 

Ja, es ist zeitweise schwierig und hart, sich selbst in die Verantwortung zu stellen. Langfristig ist es aber befreiender, als alles andere.

Ich hoffe, ich konnte Dir einige Anregungen geben und freue mich über dein Feedback.

 

Beste Grüße, Sebatian