So helfen dir Vorbilder

Vorbild – Was steckt hinter diesem großen Wort? Manche haben eins, manche nicht. Die einen schwören darauf, ein Vorbild zu haben, für die anderen ist das Unfug. Fragst du dich auch manchmal, was ein Vorbild bringen soll?

Erinnerst du dich an die Freundschaftsbücher aus der Grundschule? Diese Bücher, wo jeder seine Freunde und Klassenkameraden eintragen lässt: Name, Alter, Hobbys, Lieblingsessen, Lieblingsfarbe usw. und schließlich VORBILDER. Ich wusste nie, wen oder was ich da hinschreiben sollte, denn ich hatte kein Vorbild. Bei vielen kam die Antwort auf diese Frage wie aus der Pistole geschossen, sie wussten ganz genau, wer ihr Vorbild ist. Meist waren es Fußballer oder andere Profisportler. Es gab verschiedene Personen, an denen ich die ein oder andere Eigenschaft echt geschätzt habe, aber als wirkliches Vorbild konnte ich niemanden bezeichnen.

 

Kinder gucken sich alles ab

Kleinkinder lernen von ihren Eltern und anderen Erwachsenen, indem sie sich alles anschauen was die machen und imitieren das eins zu eins. Unbewusst nimmt das Umfeld des Kindes eine Vorbildfunktion ein, denn das ist in diesem Falle die einzige Möglichkeit, um zu lernen, wie das Leben funktioniert. Dieser Prozess läuft jeden Tag von neuem ab, Kleinkinder schauen sich alles ganz genau an, sie erforschen die Welt und lernen dadurch ständig etwas Neues dazu, egal ob es eine Fähigkeit ist, eine Geste, oder einen Gesichtsausdruck.

 

„Ja, weiß ich“

Bis zum Erwachsenen-Alter haben wir uns eine ganze Menge bei anderen Leuten abgeschaut, gute sowie auch schlechte Gewohnheiten. Sogar unsere Denkweise und Gefühle ähneln derer, die die Menschen in unserem Umfeld haben. Das ist jetzt unsere Realität, von der wir uns auch nicht so einfach abbringen lassen.

Wenn jemand anderes uns etwas sagt, und wir ahnen, worauf er hinaus möchte, antworten viele direkt: „Ja, weiß ich.“, oder „Ja, kenn ich schon.“. Diese Aussage zerstört innerhalb von Sekunden jegliches Potenzial, etwas Neues dazu zu lernen, eine andere Sichtweise zu bekommen, oder sich weiter zu entwickeln. Die Aufnahmefähigkeit des Gehirns ist blockiert und wir widmen uns wieder den Gedanken, die wir die ganze Zeit denken.

 

Vorbild vs. Leitbild

Ein „Vorbild“ ist laut Definition ein idealisiertes Muster, ein mustergültiges Beispiel. Nachdem ich diese Definition kannte, wusste ich, warum ich nie ein Vorbild gefunden habe. Es gibt niemanden, dessen Leben eins zu eins als Vorlage für meins dienen kann und soll.

Der Begriff „Leitbild“ sagt mir wesentlich mehr zu, denn ein Leitbild dient der Orientierung. Die Orientierung, in welche Richtung ich gehen möchte und nicht ein Vorbild, das ich komplett nachahme und dessen Ansichten ich nicht in Frage stelle.

„Das schlechteste Original ist besser als die tollste Kopie.“

Jeder hat sein eigenes Leben, seine eigene, individuelle Geschichte und Gegebenheiten. Deshalb ist es gar nicht möglich, eins zu eins das zu machen, was ein anderer macht. Ein Leitbild schenkt uns die Möglichkeit, zu sehen wo man hinmöchte, welche Richtung interessant ist und was die nächsten Schritte sein könnten. Da jeder eine andere Vorstellung hat, bietet es sich an, für unterschiedliche Lebensbereiche unterschiedliche Leitbilder zu haben. Du kannst dir für jeden relevanten Bereich ein anderes Leitbild suchen, z.B. im Bereich Fitness, zwischenmenschliche Beziehungen, Karriere, Lifestyle, Familie, usw.

 

Meine Leitbilder

Vor etwa fünf Jahren habe ich begonnen, mich intensiver mit Fitnesstraining und der Ernährung auseinander zu setzen. So bin ich über Social Media Kanäle, wie Facebook, Youtube und Instagram auf Menschen aufmerksam geworden, die so aussahen, wie ich aussehen wollte. Von dem Moment an, habe ich alles konsumiert, was sie geteilt haben, Videos angeschaut und viel gelesen. Nach und nach entwickelten sich manche zu Leitbildern, weil sie das verkörperten, was mein Ziel war. Sie erklärten mir alles über die richtige Ernährung und zeigten mir die richtige Technik bei verschiedenen Übungen, dadurch habe ich immer mehr dazugelernt und kann nun auf ein großes Fachwissen zurückgreifen.

Da das so gut funktioniert hat, habe ich mir auch für andere Lebensbereiche Leitbilder gesucht, anfangs unterbewusst, mittlerweile dafür umso bewusster. Leitbilder motivieren mich, sie helfen mir meine Ziele zu erreichen, da ich ein klares Bild vor Augen habe. Sogar beim Treffen von Entscheidungen können Leitbilder helfen, oder in schwierigen Situationen, indem man sich die Frage stellt: „Was würde XY jetzt tun?“. Das mag sich für dich vielleicht etwas merkwürdig anhören, doch es gibt immer wieder Momente, in denen dir diese Frage deine Antwort für das bestehende Problem auf dem Silbertablett liefert.

 

Machen wir es wie die Kinder

Kinder schauen sich bekanntlich alles ab. Wir sind in der vorteilhaften Lage, dass wir uns ganz genau aussuchen können, von wem wir uns etwas abschauen und von wem nicht. Es lohnt sich also, wieder in den „Kindstatus“ zu gehen, lernbereit zu sein und sich darüber Gedanken zu machen, von wem man sich welche Dinge abschauen kann. Kleinkinder lesen keine Bücher, sie schauen sich die Personen ganz genau an, achten auf jedes Detail und ahmen das einfach nach. Wir können uns Videos ansehen, Podcasts anhören, das Leben von Menschen über Social Media verfolgen und uns ein genaues Bild davon machen, wie eine bestimmte Person lebt, denkt und handelt.

Jetzt haben wir immer ein Bild vor Augen, das uns leitet und unterstützt, egal in welcher Situation.

  • Du stehst vor einer schwierigen Entscheidung: Wie würde xy sich entscheiden?
  • Du traust dich nicht deine Traumfrau / deinen Traummann anzusprechen: Wie würde xy die Person ansprechen?
  • Du weißt nicht wie du dich verhalten sollst: Wie würde sich xy verhalten?

Ein weiterer Vorteil von Leitbildern ist, dass du weißt, dass das, was du erreichen möchtest möglich ist, denn es gibt jemanden, der schon genau das erreicht hat. Es ist kein Ding der Unmöglichkeit, das Ziel ist vielleicht ambitioniert, aber erreichbar.

 

Deine Leitbilder

Du weißt nun, wozu ein Leitbild gut ist. Ich kann dir nur empfehlen, dir Leitbilder für deine wichtigsten Lebensbereiche zu suchen, wie zum Beispiel folgende.

  • Wer ist dein Leitbild, wenn es um Fitness geht?
  • Wer kann für dich ein Leitbild sein, wenn es um menschliche Beziehungen geht?
  • Wer hat die Karriere, den Job, den du gerne haben möchtest?
  • Wer lebt den Lifestyle, der dein größtes Ziel ist?

 

Abschließend möchte ich dir mein größtes Leitbild vorstellen: Mein zukünftiges Ich!

Mein zukünftiges Ich ist eine gelungene Komposition aus den besten Eigenschaften, die ich an meinen Leitbildern besonders schätze, in Kombination mit meiner Persönlichkeit und meiner Geschichte.

Ich frage mich, wie mein zukünftiges Ich, die beste Version von mir selbst in den Situationen handeln würde, in denen ich gerade stecke und weiß dadurch, was zu tun ist.

Achtung: Disclaimer!!

Am Ende des Tages ist es Dein Leben! Leitbilder dienen zur Orientierung, nicht als Vorbild. Achte bei allen Leitbildern immer darauf, wer Du bist, wie Deine Persönlichkeit aussieht. Du bist einzigartig und Du bist es dir wert, Deine Persönlichkeit voll auszuleben.

 

Erzähle mir von Deinen Leitbildern, ich freue mich auf Dein Feedback 😉

 

Beste Grüße, Sebastian 😉